Das Duo war in Fahrt und das Publikum begeistert.

Benefizkonzert zugunsten des KOM-Flügels in Olching

Die Ärztin und Pianistin Ursula Berninger und der Cellist Wolfram Dierig (Münchner Rundfunkorchester) gefielen in der Kulturwerkstatt am Olchinger Mühlbach beim Benefizkonzert zugunsten des Flügels. Wie Wolfgang Mann vom Initiativkreis mitteilte, sind damit von den Gesamtkosten (43 000 Euro) etwas mehr als 28 000 Euro beisammen.

Dass weder Haydn noch Mozart Sonaten für Klavier und Cello schrieben, schien den 26-jährigen Beethoven zu ermutigen, das Generalbassinstrument zum Partner des Pianoforte zu erheben und ersann fünf Sonaten. Obwohl er den Cello-Part als gleichberechtigt anlegte, ließ er, der Pianist, eine gewisse Vorherrschaft des Klaviers bestehen. So haben es Cellisten nicht immer leicht, sich hier durchzusetzen. Die Pianistin berücksichtigte das und öffnete den Schalldeckel nur wenig. Bei der Sonate F-Dur spielte der Cellist das einleitende kleine Adagio sostenuto empfindsam, sanglich gewichtig. Das Duo folgte auch beim Allegro Beethovens Anweisung zu sanftem piano (dolce) und kräftigen Akzenten (sforzanto), sodass der Satz, darunter perlende Läufe, lebensvoll wirkte.

Beim Allegro vivace entsprach das Duo jugendlichem Ungestüm. Später, bei Beethovens zweiter Sonate g-Moll, gestaltete besonders der Cellist das kantable Adagio sostenuto ed espressivo leidenschaftlich, sodass dieser erste Satz auf die Romantik vorauszuweisen schien. Auch wenn das folgende schnelle Allegro und das Rondo allegro dem kontrastreich durchdachten Satzbau der Klassik entsprachen, blieb Vorromantik im Ohr. Wie schwelgerisch der Frühromantiker Robert Schumann sein Melos entfaltete, zeigte sich bei den drei "Fantasiestücken" op. 73. Das Duo traf den elegischen Tonfall, entfaltete das "Lebhaft,leicht" als angeregtes Zwiegespräch und endete mit brillanten Arpeggien "Rasch, mit Feuer".

Wie beliebt einst die vier "Charakteristischen Stücke" von Vinzenz Lacher waren, ließ sich ahnen. Gefielen hier beim Andante con moto Cello-Kantilenen über anmutigen Klavierarpeggien, so erinnerte das pianistische Klippklapp des Allegro vivace etwa auch an Pferdegetrappel, gefolgt von Allegro risoluto und beschwingtem Allegretto. Das Duo war in Fahrt und das Publikum begeistert, so folgten Zugaben.


Arno Preiser (Fürstenfeldbrucker Tagblatt vom 09. Oktober 2007)